Rezension/Kritik - Online seit 25.08.2026. Dieser Artikel wurde 792 mal aufgerufen.
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Es gibt Spiele, da bleibt es einfach nicht bei einer Partie. Gerade schnell gespielte Spiele rufen fast schon nach einer Revanche, in der die Verlierer ihre Niederlage ausbügeln können oder aber der Gewinner zeigen kann, dass er es halt einfach drauf hat und der Sieg absolut kein Zufall war. Der Titel Noch mal! setzt ganz selbstbewusst voraus, dass es sich bei dem schnell gespielten Würfelspiel um einen solchen Titel handelt, bei dem alle Spieler Spaß haben und direkt noch mal eine Partie dranhängen wollen. Der Erfolg des Spiels, von dem es inzwischen mehrere Erweiterungsvarianten und auch ein Nachfolgerspiel mit noch mehr Herausforderungen gibt, bestätigt diesen Anspruch. Zum 10-jährigen Jubiläum haben Inka und Markus Brand mit Noch X-Mal ...und doch nicht genug! eine neue Version nachgelegt. Wird auch dieses Spiel seinem Titel gerecht und kann an den Suchtfaktor seiner Vorgänger anschließen?
Wie seine Vorgänger kommt auch Noch X-Mal! ohne große Vorbereitungszeit aus. Jeder Spieler erhält ein Blatt vom Block, einen Stift und 10 X-Chips in der Farbe seiner Wahl, die er verdeckt mischt und über seinem Spielblatt aufreiht. Jeder Spieler würfelt anschließend mit einem Farb- und Zahlwürfel seine Startkombi, die er oben rechts in das entsprechende Feld einträgt. Joker zählen hierbei nicht und müssen neu gewürfelt werden. Nun kann es auch schon mit dem eigentlichen Spiel losgehen, bei dem es darum geht, als erstes alle seine X-Chips abzuwerfen.
Passend zur Hauptfarbe der Schachtel beginnt der Spieler, der zuletzt etwas Pinkes angefasst hat und würfelt alle sechs Würfel, aus denen jeder Spieler eine Kombination aus Zahl und Farbe wählt. Entsprechend der gewählten Kombi dürfen dann zusammenhängende Kästchen auf dem Spielfeld angekreuzt werden, wobei der erste Zug in Startspalte H gesetzt werden muss. Spätere Züge müssen immer benachbart zu einem bereits angekreuzten Feld platziert werden. Habe ich also ein pinkes X und eine 5 ausgewählt, dürfen genau 5 waagerecht oder senkrecht aneinander angrenzende pinke Kästchen angekreuzt werden. Es ist nicht erlaubt, überzählige Punkte verfallen zu lassen.
Nachdem während der ersten drei Würfe alle Spieler aus allen sechs Würfeln auswählen dürfen, wählt der aktive Spieler ab dem vierten Wurf zuerst seine Kombi aus, die passiven Spieler dürfen anschließend nur noch aus den vier übrigen Würfeln wählen.

Ziel des Spiels ist es, durch cleveres Ankreuzen Boni freizuschalten, mit denen die zehn X-Chips abgeworfen werden. Dafür stehen drei verschiedene Boni zur Verfügung, die es sowohl in pink als auch in weiß gibt. Schaltet man als erster Spieler einen Bonus frei, bekommt man sowohl den pinken als auch den weißen Bonus, alle weiteren Spieler müssen den pinken Bonus anschließend schwärzen und können bei späteren Zügen nur noch den weißen Bonus erhalten.
Ein Bonus kann auf verschiedenen Wegen freigeschaltet werden:
Insgesamt gibt es drei verschiedene Boni:
Zusätzlich Boni lassen sich über die Pass-Leiste freischalten, die bereits im Bereich der freizuschaltenden Boni kurz erwähnt wurde. Kann oder will man in einem Zug keine Würfelkombination auswählen und eintragen, kann gepasst werden. An dieser Stelle kommt auch die zu Beginn des Spiels gewürfelte Start-Kombination zum Einsatz. Besteht diese beispielsweise aus „Pink“ und „2“ werden alle pinken und 2er Würfel gezählt, anschließend dürfen entsprechend viele Kreuze von oben nach unten in der Pass-Leiste angekreuzt werden. Joker dürfen hierbei nicht mitgezählt werden!
Wird ein dunkles Feld der Pass-Leiste erreicht, wird der nebenstehende Bonus freigeschaltet, beginnend mit zwei weiteren Jokern, denn zu Beginn des Spiels stehen nur zwei zur Verfügung, alle weiteren müssen im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Beim dritten Feld darf ein kompletter Farbblock nach Wahl angekreuzt werden, der zwar benachbart zu einem bereits angekreuzten Feld liegen muss, jedoch auch 6 Kästchen enthalten darf. Wird die Bombe erreicht, dürfen bis zu vier beliebige Felder in einem 2 x 2-Raster angekreuzt werden, die ausnahmsweise weder benachbart zu einem bereits angekreuzten Feld noch in Startleiste-H liegen müssen. Des Weiteren gibt es noch den Bonus Drei in einer Zeile!, hier dürfen bis zu drei Kästchen in einer Zeile angekreuzt werden, die nicht nebeneinander jedoch benachbart zu bereits angekreuzten Kästchen liegen müssen. Wird das letzte Kästchen der Pass-Leiste erreicht, dürfen ein beziehungsweise zwei X-Chips abgeworfen werden, je nachdem, ob dieses Feld als erstes oder an späterer Stelle erreicht wird.
Ein abgeworfener X-Chip wird zunächst umgedreht. Während sieben von zehn Chips eine leere Rückseite aufweisen, beinhalten jeweils drei X-Chips pro Farbe einen Bonus, der an einen Mitspieler nach Wahl verschenkt werden muss. Neben einem weiteren Joker gibt es zwei weitere Boni: Beim +/-1-Chip darf der beschenkte Mitspieler den Wert des Zahlwürfels einmalig zu einem beliebigen Zeitpunkt um eine Stelle erhöhen oder reduzieren, beim Symbol mit drei schwarzen und drei weißen Kästchen darf als passiver Spieler aus allen sechs Würfeln ausgewählt werden. Wurde der jeweilige Bonus eingesetzt, kommt der X-Chip aus dem Spiel und zurück in die Schachtel.
Das Spiel endet, sobald der erste Spieler alle seine X-Chips abwerfen konnte. Gelingt dies zwei Spielern im gleichen Zug, wird gezählt, wie viele weiße X jeweils angekreuzt wurden und der Spieler mit der höheren Anzahl gewinnt. Bei einem erneuten Gleichstand wird geschaut, wer mehr Kreuze auf der Pass-Leiste gesetzt hat. Falls immer noch kein Sieger ermittelt werden kann, wird die Anzahl der komplettierten Spalten verglichen, bevor sich bei erneutem Gleichstand der Sieg geteilt wird.
Solo-Variante
Das Spiel beinhaltet auch eine Solo-Variante, durch die sich Noch X-Mal! auch spielen lässt, falls gerade mal kein Mitspieler zur Verfügung steht. Anders als bei der Mehrspieler-Variante geht es hierbei nicht darum, möglichst schnell alle X-Chips abzuwerfen, ganz im Gegenteil: Die X-Chips bleiben im Solo-Spiel in der Box, stattdessen geht es darum, innerhalb von 30 Zügen möglichst viele weiße X-Symbole anzukreuzen. Um den Überblick zu behalten, wird nach jedem Wurf ein schräger Strich durch ein Buchstaben-Feld gemacht, sodass nach 30 Zügen alle entsprechenden Felder abgekreuzt sind. Da der Wechsel zwischen aktiver und passiver Position entfällt, wird nur mit je zwei Farb- beziehungsweise Zahlwürfeln gespielt.
Nach 30 Zügen werden die angekreuzten weißen X-Symbole gezählt und das Ergebnis mit der Tabelle am Ende der Anleitung verglichen, der sich entnehmen lässt, wie gut gespielt wurde. Die Tabelle beinhaltet insgesamt 13 Level, beginnend mit der Stufe <4, die mit „fast schon Arbeitsverweigerung“ betitelt wird, bis >25, mit der man die Stufe „Superheld“ erreicht.
Bei Noch X-Mal! ...und doch nicht genug! handelt es sich um die inzwischen dritte Variante des bereits vor 10 Jahren erschienenen Roll&Write-Spiels Noch mal!, wie sich nicht nur am Titel, sondern auch an der Optik schnell erkennen lässt. Wie auch das Original und die Nachfolge-Version Noch mal so gut! richtet sich das Spiel an 1 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, dauert mit etwa 30 Minuten jedoch etwas länger.
Wer bereits eine der anderen Varianten kennt, wird sich in der achtseitigen Anleitung schnell zurechtfinden, da sich am grundlegenden Spielprinzip erst einmal nicht viel geändert hat. Sowohl das Kombinieren der Würfel als auch das Eintragen ins Spielfeld ist gleich geblieben, auch wenn es dieses Mal nicht um das Erzielen von möglichst vielen Punkten sondern um das Abwerfen der zehn X-Chips geht. Praktischerweise sind Abweichungen zu den bisherigen Noch mal!-Regeln hell hinterlegt, sodass die ersten Seiten der Anleitung von Kennern größtenteils übersprungen werden können und sich Unterschiede sofort erkennen lassen. Nicht-Kennern helfen anschauliche Beispiele dabei, schnell ins Spielprinzip zu finden, zusätzlich gelangt man via QR-Code zu einem How-to-play-Video, in dem die Regeln erklärt werden.
Kleiner Kritik-Punkt: Für uns geht aus der Anleitung nicht eindeutig hervor, wie beim Passen und Verwenden der Start-Kombi mit Jokern umgegangen werden muss und ob sie entsprechend mitgezählt werden dürfen oder nicht. Hier wäre etwas mehr Eindeutigkeit schön gewesen. Gleichzeitig lässt sich hier lobenswert der schnelle Kundenservice von Schmidt-Spiele erwähnen, der die Regelanfrage direkt am nächsten Werktag klären konnte und mitteilte, dass Joker beim Passen nicht mitgezählt werden dürfen. In Punkto Spielbarkeit ergaben sich bei uns somit keine Mängel.
Auch wenn es sich um ein Würfelspiel handelt, beinhaltet Noch X-Mal! durch die Auswahl- und Kombinationsmöglichkeiten der Würfel, Boni ausschließlich für den schnellsten Spieler sowie die unterschiedlichen Ankreuzbereiche und die Pass-Leiste taktische Möglichkeiten. Auch als passiver Spieler ergeben sich meist bis zu vier unterschiedliche Optionen, die gegeneinander abgewogen werden und mit den möglichen Feldern auf dem Blatt verglichen werden müssen. Auch die Gegner sollten gut im Auge behalten werden, um ihnen Pläne zu verbauen oder aber schneller einen Bonus zu erreichen und somit gegebenenfalls doppelt abzusahnen. Eine weitere Interaktionsmöglichkeit ergibt sich durch das „Verschenken“ der Boni über die X-Chips, sodass das Spiel verglichen mit seinen Vorgängern mehr Berührpunkte mit den Gegnern beinhaltet.
Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die Spielschachtel hat genau die richtige Größe und kommt ohne zusätzliches Plastik aus. Die Klebepunkte, mit denen die Box verschlossen ist, lassen sich jedoch leider nicht entfernen, ohne dass die Schachtel beschädigt wird und sollten lieber „aufgeschnitten“ werden. Das Material befindet sich in einer Papiertüte, die bei uns für Würfel und X-Chips auch weiterhin genutzt wird. Stifte sind dieses Mal nicht enthalten, sollten sich aber normalerweise in jedem Haushalt befinden, sodass der Spielspaß dadurch nicht gemindert wird. Auch wenn der Block nachgekauft werden kann, wäre es allein schon aus Umweltgründen schön, wenn der Block doppelseitig bedruckt wäre, sodass er mehr Partien standhält.
Das Spiel richtet sich an Spieler ab 8 Jahren, was auch gut passt. Bei uns hatte das 8-jährige Kind das Spielprinzip komplett verstanden und konnte ohne Probleme mitspielen. Das 5-jährige Geschwisterkind konnte zwar auch mitspielen, hatte ein eigenes Spielblatt und ließ sich gut integrieren, doch war hier sowohl beim Ankreuzen der Felder als auch beim Zuordnen der Boni häufig Unterstützung notwendig und es wird noch etwas dauern, bis vollkommen selbstständig gespielt werden kann.
Verglichen mit seinen Vorgängern Noch mal! und Noch mal so gut! ist das grundlegenden Spielprinzip zwar gleich geblieben, in allen Varianten funktioniert das Ankreuzen der Felder auf dieselbe Weise und Spalten sollten möglichst als erstes vervollständigt werden, doch geht es in dieser Version nicht um das Erreichen der meisten Punkte sondern um das Loswerden der X-Chips, die auch das Ende des Spiels bestimmen. Kennt man die meisten Boni schon vom goldenen Würfel aus Noch mal so gut! , bekommt man sie hier nicht nur über vervollständigte Spalten sondern auch über geschicktes Ankreuzen der Felder, mit denen Diamanten und Kreuzungspunkte gesammelt werden können, die dann bei ausreichender Anzahl zu den Boni führen.
Diese neue Ausrichtung und die unterschiedlichen Möglichkeiten X-Chips abzuwerfen bringen eine neue Dynamik ins Spiel, die uns insgesamt gut gefällt und für Abwechslung und mehr taktische Tiefe sorgt. Können sich die Vorgänger gerade gegen Ende schon einmal etwas zäh anfühlen, wenn schon fast alles voll ist, es jedoch noch dauert, bis ein Spieler dann (endlich) die zweite Farbe vervollständigt, nimmt diese Version gerade gegen Ende an Fahrt auf, wenn sich die Bonus-Leisten füllen und in kürzerer Zeit mehrere X-Chips abgeworfen werden können und somit das Ende des Spiels schneller als gedacht eintritt. Auch die Pass-Leiste bringt neuen Wind ins Spiel, da es auch mal von Vorteil sein kann, auf das Ankreuzen von Feldern zu verzichten, wenn dafür wertvolle Boni eingesammelt werden können.
Alles in allem ist Noch mal! ...und doch nicht genug! eine gelungene Version des Originals, die durch die neuen X-Chips mehr Möglichkeiten bietet, wodurch mehr Abwechslung und Taktik ins Spiel kommt und sich die Einflussmöglichkeiten auf Sieg oder Niederlage erhöhen. Zwar hat jeder Spieler sein eigenes Blatt, doch kommt neben der Möglichkeit als aktiver Spieler seinen Mitspielern passende Würfel wegzuschnappen auch durch das Verschenken von X-Chips Interaktion ins Spiel, wenn man seinen Gegnern etwas „Gutes tun“ muss. Schön ist, dass es nur wenig Wartezeit gibt und man entweder als aktiver oder als passiver Spieler bei jedem Wurf eine für sich passende Kombination auswählen und eintragen darf, sodass auch beim Spiel mit mehreren Spielern keine Langeweile aufkommt. Durch die übersichtliche Spielzeit, die einfachen Regeln und das kompakte Format eignet sich das Spiel gut für Gelegenheitsspieler, auf Reisen, als Absacker oder für Zwischendurch, da es keine lange Vorbereitungszeit erfordert. Insgesamt eine empfehlenswert Version, die durch mehr Möglichkeiten für Abwechslung sorgt und bei uns immer wieder gerne gespielt wird und um einen Bogen zurück zur Ausgangsfrage zu schlagen: Ja, das Spiel wird seinem Titel gerecht!
Rezension Kathrin Walther
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Noch X-Mal!:
4,5, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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05.06.26 von Kathrin Walther - Ein gelungener Nachfolger, der seinen Vorgängern Noch Mal! und Noch Mal so gut! um nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil: Dadurch, dass der Fokus nicht mehr auf das Sammeln von möglichst vielen Punkten ausgerichtet ist und das Abschmeißen von X-Chips im Vordergrund steht, fühlt sich das Spiel deutlich dynamischer an und beinhaltet mehr taktische Möglichkeiten, die für Abwechslung sorgen. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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12.06.26 von Michael Kahrmann |
Leserwertung Noch X-Mal!:
5.0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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12.06.26 von Dieter Schmitz - Gefällt mir viel besser als der schon gute Vorgänger. Bringt ein wenig frischen Wind in die Roll-&-Write-Spiele. |