Rezension/Kritik - Online seit 11.10.2026. Dieser Artikel wurde 244 mal aufgerufen.
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Das Universum strebt nach Harmonie – wenn das kein epischer Einstieg ist. Im Kern versucht man, bei Matter Matters möglichst ausgeglichen Stiche zu sammeln. Also die Materie und Antimaterie im Gleichgewicht zu halten.

Matter Matters ist ein Stichspiel mit sehr einfachen Regeln. Die Kartenwerte liegen zwischen 1 und 40. Es gibt weder Trumpf- noch Sonderkarten. Der eigentliche Kniff ist folgender: Jede Karte hat zwei mögliche Werte, die davon abhängen, mit welcher Farbe der Stich eröffnet wird. Dadurch wird festgelegt, zu welcher Farbe der Stich zählt und zu bedienen ist.
Jeder Spieler erhält eine Gleichgewichtskarte, die er vor sich auslegt. Alle Karten werden gemischt und verteilt.
Der aktive Spieler sucht sich eine Farbe und einen Wert aus, dreht die Karte entsprechend und spielt sie aus. Die nachfolgenden Spieler müssen diese Farbe bedienen und wer den höchsten Wert ausspielt, erhält den Stich und platziert diesen auf die passende Seite seiner Gleichgewichtskarte.
Im Fokus steht ausschließlich, das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten der Gleichgewichtskarte zu erreichen, also seine Handkarten so einzusetzen, dass auf beiden Seiten die gleiche Anzahl an Stichen liegt. Punkte gibt es nur, wenn dieses Ziel erreicht ist, abhängig von der Anzahl der gewonnenen Stiche. Besteht eine Differenz, erhält man Minuspunkte abhängig von der Höhe. Weitere Vorgaben gibt es nicht.

Es werden so viele Runden gespielt, wie Personen mitspielen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.
Im Spiel zu zweit vergleicht man die Differenz der gewonnenen Stiche jeder Farbe. Wer die kleinere Differenz hat, gewinnt einen Durchgang. Wer zuerst zwei Durchgänge für sich entscheidet, holt sich den Sieg.
Das Material der Karten ist von gewohnter Amigo-Qualität. Das Thema, und da muss man kein Spielekenner sein, ist recht aufgesetzt. Es handelt sich hier um ein sehr abstraktes Stichspiel mit zwei Spielfarben, die man am Ende einer Runde gleichmäßig sammeln muss. Auf den ersten Blick fragt man sich berechtigterweise, ob das wirklich schon alles gewesen sein soll. Im Verlauf des Spiels erkennt man aber durchaus die verborgenen Feinheiten, auch wenn sie dünn gesät sind.
Matter Matters spielt sich sehr trocken. Die Mechanik und das richtige Timing beim Ausspielen stehen hier im Mittelpunkt. Gegen Ende der Runde kommt so etwas wie Spannung auf, denn dann hofft man, keinen unerwünschten Stich mehr zu machen oder den zu verlieren, den man noch benötigt hätte. Bis zum letzten Stich bleibt alles offen und vermeintlich sichere Runden können noch kippen. Wer das Gleichgewicht verpasst, muss entsprechend mit Minuspunkten leben.
Das Spiel entfaltet sein Potential eher in Vollbesetzung.
Kartenzählen ist grundsätzlich möglich, erfordert aber einiges an Konzentration. Der Aufwand steht meiner Ansicht nach in keinem angemessenen Verhältnis zum unplanbaren Spielverlauf.
Immerhin ist Matter Matters schnell erklärt und rasch auf dem Tisch gebracht. Die Spielmechanik hat man sehr schnell raus, viel mehr Tiefe kommt danach allerdings nicht mehr hinzu. Insgesamt ist Matter Matters ein solides Spiel für zwischendurch, aber nichts, das wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt.
Rezension Günter Berberich
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Matter Matters:
3,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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02.09.26 von Günter Berberich - Ein solides Spiel für zwischendurch, das aber keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. |
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