Rezension/Kritik - Online seit 19.07.2026. Dieser Artikel wurde 268 mal aufgerufen.
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Na wer hat sich denn da heimlich zur Buh-Party eingeschlichen? Verstecken sich zwischen den vielen verkleideten Kindern vielleicht kleine hinterlistige Monster, die heimlich mitfeiern möchte? Da haben sie die Rechnung aber ohne die Wahrsagerin gemacht, die durch ihre Visionen aus der Glaskugel genau sehen kann, hinter welcher Verkleidung sich ein kleines Monster versteckt! Doch wenn die Monster gut aufpassen und einen großen Bogen um die Verkleidungen aus den Visionen der Wahrsagerin machen, haben sie gute Chancen nicht entlarvt zu werden, um bis zum Ende auf der Buh-Party bleiben zu können. Wer hat am Ende das bessere Gedächtnis? Werden sich die Monster alle Verkleidungen merken können oder machen sie doch einen Fehler, sodass sie von der Wahrsagerin entdeckt werden und die Buh-Party für sie vorbei ist?
Als asymmetrisches Spiel muss vor Beginn einer Partie zunächst geklärt werden, wer welche Rolle bekommt. Auf der einen Seite gibt es die Wahrsagerin, die versuchen muss die kleinen Monster mithilfe ihrer Visionen zu entlarven. Auf der anderen Seite spielen die Monster, die sich verkleidet auf die Buh-Party einschleichen und nicht auffliegen wollen. Sind die Rollen verteilt, kann es an die weiteren Vorbereitungen gehen.
Die Wahrsagerin erhält das Wahrsagerin-Plättchen sowie die insgesamt 18 Visionskarten, die zunächst einmal gut gemischt werden, bevor sie sie als verdeckten Nachziehstapel vor sich auslegt. Anschließend nimmt sie so viele Karten vom Stapel ab, wie Monster am Tisch sitzen und legt sie ungesehen in die Schachtel zurück.
Die Monster wählen jeweils eines der fünf Monsterplättchen und legen es vor aus. Anschließend werden die 18 Verkleidungskarten offen auf der Tischfläche verteilt, sodass alle Monster gut auf sie zugreifen können. Nun startet das eigentliche Spiel:

Die Wahrsagerin deckt eine Visionskarte auf, benennt die Verkleidung und eröffnet den Nachziehstapel. In der ersten Runde deckt sie noch eine weitere Karte auf, die sie ebenfalls benennt und so auf den Stapel legt, dass die darunterliegende Karte völlig von ihr verdeckt wird. Anschließend beginnt die Buh-Party. Die Wahrsagerin schließt die Augen und singt/spricht ein oder zwei Sätze, je nachdem, wie geübt und schnell die Monster sind:
„Eckstein, Eckstein, jeder muss verkleidet sein!", "Eckstein, Eckstein, schlüpf in dein Kostüm hinein!"
Die Monster müssen in dieser Zeit schnell ein Kostüm aus der Tischmitte wählen und es auf ihr Monster legen. Wichtig dabei: Die Monster müssen verkleidet sein, wenn die Wahrsagerin ihren Spruch beendet hat und die Augen öffnet, andernfalls verlieren sie sofort. Außerdem darf das Kostüm noch nicht in den Visionen der Wahrsagerin vorgekommen sein und es darf auch nicht zweimal hintereinander vom selben Monster getragen werden!
Hat die Wahrsagerin ihren Spruch beendet, öffnet sie die Augen und überprüft die Verkleidungen der Monster. Ist sie der Meinung, dass kein Monster dieselbe Verkleidung wie in der Vorrunde oder eine aus ihren Visionen trägt, verzichtet sie auf einen Rateversuch und die Buh-Party geht weiter. Alle Verkleidungen kommen zurück in die Mitte, die Wahrsagerin deckt die nächste Visionskarte auf und die nächste Runde beginnt.
Ist sie hingegen der Meinung, dass eine der Verkleidungen bereits vorkam oder vom selben Monster auch in der Vorrunde getragen wurde, benennt sie dies und überprüft ihre Vermutung, indem sie ihren Ablagestapel durchgeht. Liegt sie mit ihrer Vermutung richtig, gewinnt sie das Spiel. Liegt sie hingegen falsch, verliert sie. In beiden Fällen ist die Buh-Party vorbei.
Das Spiel ist somit beendet,
Für alle, die lieber mit Wertung spielen, liegt der Anleitung noch eine Erfolgsübersicht für die Monster bei. Für die Wahrsagerin gilt weiterhin, entweder sie hat die Monster entlarvt und gewonnen oder aber sie liegt mit ihrem Rateversuch falsch und hat verloren.
Für die Monster gilt entsprechend der Wertung:
Bei Buh-Party handelt es sich um ein asymmetrisches Merkspiel, das sich an Kinder ab 5 Jahren richtet. Eine Runde dauert etwa 10 Minuten und lässt sich mit 2 bis 6 Kindern spielen. Während ein Kind die Rolle der Wahrsagerin einnimmt, werden die anderen Kinder zu kleinen Monstern, die sich heimlich zur Buh-Party einschleichen und von der Wahrsagerin entlarvt werden müssen.
Die Anleitung ist gut strukturiert und anschaulich bebildert. Sowohl beim Aufbau als auch beim Ablauf wird man Schritt für Schritt an die Hand genommen, sodass eigentlich keine Fragen offen bleiben sollten. Da das Spiel asymmetrisch abläuft, kann es jedoch hilfreich sein, das Material beim Lesen direkt hinzuzuziehen, sodass die unterschiedlichen Parts besser nachvollzogen und auseinandergehalten werden können.
Buh-Party richtet sich an Kinder ab 5 Jahren, was sich bei uns als ziemlich passend herausstellte. Sowohl das Spielprinzip als auch die Thematik sprechen unsere 5-Jährige vollkommen an und auch vom Schwierigkeitsgrad her passt das Spiel gut zur Altersgruppe und ist weder zu schwierig noch zu anspruchslos. Auch das ältere Geschwisterkind (8 Jahre) spielt gerne mal eine Runde mit, auch wenn man merkt, dass der Langzeitspaß eher auf jüngere Kinder ausgerichtet ist.
Als Erwachsene fiel uns schnell auf, dass die Gewinnchance bei der Wahrsagerin deutlich höher ist als bei den Monstern. Wartet sie mit ihrem Rateversuch bis zum Schluss, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines der Monster eine Verkleidung aus den Visionen trägt, ziemlich hoch. Einen Grund eher einen Rateversuch abzugeben gibt es für sie nicht, da sie nur gewinnen oder verlieren kann und es für sie im Gegensatz zu den Monstern keine Wertungsliste gibt.
Die Leistung der Monster lässt sich hingegen anhand der optionalen Monster-Wertung einordnen. Kann (oder will) die Wahrsagerin bis zum Schluss kein Monster enttarnen und sind alle Karten aus dem Nachziehstapel weg, kann sie zwar dennoch das Spiel gewinnen, gleichzeitig erreichen die Monster jedoch trotz Niederlage die „Bestnote“ in der entsprechenden Wertung. Ganz befriedigend fanden wir diese Lösung jedoch nicht. Da eine Runde sehr kurz ausfällt, liegt die Lösung dieses „Problems“ für uns in mehreren Partien, in denen jeder einmal die Rolle der Wahrsagerin übernimmt und sie auch Punkte für frühes Enttarnen bekommt. Am Ende könnte beispielsweise der Spieler mit den wenigsten Punkten gewinnen. Bei mehr als drei Spielern müssten jedoch dabei dann auch entsprechend viele Partien gespielt werden, sodass sich dieses Prinzip nur bei wenigen Spielern anbietet. Gerade jüngere Kinder weisen als Wahrsagerin zum Glück eine intrinsische Motivation zum frühen Aufdecken auf, sodass sich dieses „Problem“ eher bei etwas älteren Kindern ab Schulalter stellt.
Der Einfluss auf Sieg oder Niederlage ist sowohl auf Seiten der Wahrsagerin als auch auf Seiten der Monster relativ hoch. Wenn alle Mitspieler eine gute Merkleistung haben, sind die Siegchancen weitestgehend ausgeglichen. Das Alter der Mitspieler spielte bei uns keine Rolle. Es zeigte sich wieder, dass Kinder ein ziemlich gutes Gedächtnis haben, was Merkspiele angeht, sodass sie mindestens genauso gut spielen wie Erwachsene. Darüber hinaus fiel auf, dass das Spiel mit jeder nacheinander gespielten Runde schwieriger wird, da man die meisten Karten in den Vorrunden bereits gesehen hat. Dadurch wird es mit jeder Partie schwieriger, da man irgendwann gar nicht mehr so genau sagen kann, ob die Visionskarte mit der Hexe, dem Einhorn oder dem Zombie in der aktuellen Runde bereits aufgedeckt wurde oder es sich dabei um eine Vision der Vorrunden handelt. Da es jedoch allen Mitspielern so geht, entsteht dadurch für keine der Rollen ein besonderer Vor- beziehungsweise Nachteil.
Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die Spielschachtel hat genau die richtige Größe und der Effekt, dass der Schachteldeckel mit seinen Gucklöchern wie eine Verkleidung über der Anleitung liegt, stimmt schon einmal auf das Spiel ein. Die Monsterplättchen sind aus stabiler Pappe, während Visions- und Verkleidungskarten aus typischem Kartenmaterial bestehen. Die Gruselthematik findet sich in den niedlichen Illustrationen altersgerecht wieder und spricht Kinder an. Nicht nur während des Spiels machte es bei uns Spaß, die verschiedenen Monsterplättchen zu verkleiden, auch beim Abbau machte es der jungen Spielerin viel Spaß, den Werwolf noch einmal ins Einhornkostüm zu stecken oder aber aus dem Vampir eine Meerjungfrau zu machen.
Durch das kompakte Format und die kurze Spieldauer eignet sich das Spiel gut für zwischendurch und unterwegs. Da es in jede Tasche passt und auch auf dem Tisch nicht so viel Platz benötigt, kann es beispielsweise auch gut zum Überbrücken von Wartezeiten im Restaurant oder beim Geburtstagskaffee genutzt werden.
Schön ist, dass sich der Schwierigkeitslevel etwas anpassen lässt. Bei jüngeren Kindern, die noch nicht so schnell sind und etwas mehr Zeit zum Überlegen, beim Suchen einer passenden Verkleidung und dem Verstecken ihres Monsters brauchen, wird das Spiel durch zwei gesungen oder gesprochene Sätze etwas einfacher. Für geübte oder auch etwas ältere Kinder bringt ein einzelner Satz mehr Geschwindigkeit ins Spiel, sodass die Entscheidung und Suche nach einer neuen Verkleidung unter Zeitdruck passieren muss, sodass schneller mal ein Fehler passiert.
Entsprechend hoch ist auch der Interaktionsanteil, der allein schon durch die asymmetrischen Rollen ins Spiel kommt. Uns erinnerte das Prinzip etwas an Werwölfe Kids, bei dem es sich auch in erster Linie um ein Merkspiel mit verschiedenen Rollen handelt. Buh-Party ist vom Schwierigkeitsgrad jedoch etwas zugänglicher und schneller gespielt, sodass es sich besser für jüngere Kinder eignet. Das Spiel lässt sich gut zu zweit spielen, mit mehreren Spielern wird es jedoch etwas schwieriger, alles im Blick zu haben und macht uns durch die Interaktion auch zwischen den Monstern (der andere nimmt plötzlich eine Verkleidung weg, die ich wollte) mehr Spaß.
Alles in allem ist Buh-Party eine gelungenes Kinderspiel, das allein schon wegen seiner Themen bestehend aus Party, Verkleiden, Gruselmonster und Wahrsagerei ziemlich gut bei der Zielgruppe ankommt. Das Spielprinzip mit dem Fokus auf Merkfähigkeit passt gut zum Alter der jungen Spieler und lässt sich leicht verstehen. Schön sind die asymmetrischen Rollen, die für Abwechslung im Spiel sorgen, wenn mal die eine und mal die andere Rolle eingenommen wird. Dank der kurzen Spielzeit von etwa 10 Minuten steht (mindestens) einer weiteren Partie meist auch nichts im Weg, sodass jeder einmal in die Rolle der Wahrsagerin schlüpfen kann, die bei uns besonders beliebt ist. Ein großer Kritikpunkt unsererseits liegt jedoch in den ungleichen Siegchancen. Die Wahrsagerin hat deutlich bessere Siegchancen als die Monster, wartet sie mit ihrem Rateversuch einfach bis zum Ende. Zwar erreichen die Monster dann auch die Bestnote der Monster-Wertung, doch richtig befriedigend fanden wir dieses Ende nicht, da sie unter Umständen dennoch verloren haben. Diesen Aspekt hätte man in die Wertung miteinbeziehen können, um destruktive Spielweisen direkt im Keim zu ersticken.
Rezension Kathrin Walther
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Buh Party:
4,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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08.06.26 von Kathrin Walther - Ein witziges Kinderspiel ab 5 Jahren, das durch seine asymmetrischen Rollen für Abwechslung sorgt. Sowohl die Thematik als auch das Spielprinzip treffen genau den Geschmack von Kindergartenkindern. Die Regeln sind schnell verstanden und eine Runde schnell gespielt, sodass sich das Spiel gut mit neuen Spielgruppen oder zwischendurch spielen lässt. |
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