Rezension/Kritik - Online seit 01.10.2026. Dieser Artikel wurde 1328 mal aufgerufen.

Morty Sorty Magic Shop

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Autor: Markus Slawitscheck
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2026
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 5639
Download: Kurzspielregel [PDF]
Morty Sorty Magic Shop

Spielziel

Regalbetreuer! Mein Traumberuf. Ich habe immer schon davon geträumt, in einem Supermarkt Dosen, Kisten, Kartons, Tüten und Flaschen zu stapeln oder aneinanderzureihen. Schön brav sortiert, damit sich die Kundschaft an der ordentlichen Präsentation erfreuen kann.

Nein, jetzt mal im Ernst: Gibt es etwas Langweiligeres, Faderes, Öderes als Regale einzuräumen? So betrachtet müsste ich das neueste Spiel aus dem Hause "Schmidt Spiele" eigentlich ungeöffnet im Altpapiercontainer entsorgen. Aber geht es in Morty Sorty Magic Shop nicht um zauberhafte Zutaten, um magische Ingredienzien? Na, da will ich dem Spiel dann doch noch eine Chance geben...

Ablauf

Als neuer Lehrling im weltberühmten Zauberladen von Morty Sorty ist es meine Aufgabe, die Gläser mit den Ingredienzien in der richtigen Reihenfolge in mein Regal einzuschlichten. "Wurmiger Wunderpilz" (blau), "Griesgrämige Gewitterwolke" (violett), "Glitschige Glubschaugen" (grün) und "Schläfrige Heilalraune" (gelb) sind die magischen Zutaten, die auf insgesamt 104 Gläserplättchen vorkommen. Alle Gläser tragen einen Deckel, entweder in Gold, in Silber, in Schwarz oder einen blauen Deckel mit Sternen. Zusätzlich tragen alle Plättchen eine Zahl zwischen 1 und 16, wobei die Bandbreite von der Deckelfarbe abhängt. So können Gläser mit goldenem Deckel bloß Zahlen zwischen 3 und 14 aufweisen.

Zu Beginn kommen alle Gläserplättchen in einen großen Beutel, aus dem dann 4 Plättchen gezogen und unbesehen in die Schachtel zurückgelegt werden. Außerdem werden noch 2 Abzeichen ausgelegt (zufällig oder bewusst ausgesucht), die mir Extrapunkte ermöglichen. Bevor mein Dienst anfängt, erhalte ich noch mein eigenes Regal zum "Betreuen", zwei Wertungsmarker, sowie 2 Kätzchen, die mir in Folge bei meiner Arbeit behilflich sein können.

Der Spielablauf gestaltet sich recht unkompliziert. Wer an der Reihe ist, zieht aus dem Beutel vorerst einmal 5 Gläserplättchen und lässt diese in die Tischmitte fallen. Spezialgläser mit blauem Deckel werden allerdings an die Spezialglas-Leiste angelegt. Für jedes Spezialglas muss daraufhin ein weiteres Gläserplättchen gezogen werden, bis die Auslage aus 5 Plättchen besteht. Reihum nehmen dann alle ein Plättchen oder passen.

Nehme ich ein Gläserplättchen, muss ich es in mein Regal einräumen. Dabei muss ich einige Regeln beachten. Es muss logischerweise ein freier Platz sein, und das Plättchen darf nicht auf seine Rückseite gewendet werden. Am wichtigsten jedoch: Die Zahlen auf den Gläsern müssen in jeder Regalreihe zwingend von links nach rechts aufsteigend sein. Ich darf nicht einmal gleiche Zahlen nebeneinanderstellen!

Außerdem muss ich die Deckelfarbe berücksichtigen, denn ins obere Regal darf ich lediglich Gläser mit goldenem Deckel einräumen, ins mittlere Regal immerhin auch noch welche mit silbernem Deckel. Gläser mit schwarzem Deckel kann ich hingegen bloß ins untere Regal stellen.

Dieses einfache Grundprinzip wird durch ein paar Zusatzregeln erweitert. Immer dann, wenn es mir gelingt, in einer Spalte drei unterschiedliche Zutaten zu haben, darf ich sofort als Belohnung ein Spezialglas mit blauem Deckel von der Leiste nehmen und einräumen, wobei ich dafür jede Regalreihe wählen darf.

Vervollständige ich eine Reihe, bringt mir dies am Ende des Spiels Sternpunkte, die ich für den Sieg benötige. Als Sofortbonus erhalte ich ein Kätzchen aus dem Vorrat. Ein Kätzchen darf ich einsetzen, um die recht strikten Regeln etwas zu brechen. So kann ich entweder ein gerade genommenes Gläserplättchen wenden und es mit der anderen Zutat ins Regal einordnen. Oder ich gebe ein Kätzchen ab, um ausnahmsweise Gläser mit gleichen Zahlen nebeneinander stellen zu dürfen.

Und schließlich darf ich einen meiner Wertungsmarker auf ein Abzeichen legen, wenn ich die darauf angeführte Bedingung erfülle. Auch dies wird mit Sternpunkten am Spielende belohnt. Das Spielende tritt übrigens sofort ein, sobald keine 5 Gläserplättchen mehr in die Auslage gelegt werden können.

Daraufhin erfolgt eine Schlusswertung, bei der ich neben den bereits erwähnten Punkten für vollständige Reihen und für meine Wertungsmarker auf den Abzeichen auch noch Punkte für Gläser erhalte, deren Zahlenwert mit dem Regalschild übereinstimmt (laut einer Aufstellung), für meine verbliebenen Kätzchen (je 2 Punkte), sowie für all meine Zutaten gemäß der Wertungsrolle (je mehr einer Sorte, umso besser). Konnte ich insgesamt die meisten Sternpunkte erzielen, ist mir eine Festanstellung im "Morty Sorty Magic Shop" gewiss.

Fazit

Als Zauberlehrling magische Zutaten in ein Regal einsortieren - das passt schon irgendwie. Und trotzdem hätte ich mir als Österreicher von einem Landsmann - Spieleautor Markus Slawitscheck ist gebürtiger Niederösterreicher - eine Umsetzung des ursprünglich geplanten Themas gewünscht: Der Wiener Naschmarkt.

Dieser größte und berühmteste innerstädtische Markt Wiens erstreckt sich über rund 1,5 Kilometer zwischen Getreidemarkt und Kettenbrückengasse an der Wienzeile im 6. Bezirk und bietet mit etwa 170 Ständen eine bunte Mischung aus internationaler Kulinarik, frischen Lebensmitteln und Lokalen- Das wäre mal ein originelles Spielethema gewesen. Stattdessen ist es nun "Morty Sorty Magic Shop". Ich wundere mich allerdings: Warum hat Schmidt Spiele dann nicht gleich die beliebte Welt der "Quacksalber von Quedlinburg" um ein Spiel erweitert?

Sei's, wie es sei. Morty Sorty Magic Shop ist jedenfalls ein Sammel- und Legespiel, bei dem die Spieler Gläserplättchen sammeln und in ihr Regal einräumen. Dabei stellen sich mir automatisch drei Fragen:

Wie bekomme ich die Gläserplättchen? Hierbei spielt der Zufall doch eine recht große Rolle. Die Plättchen werden erstens aus einem Beutel gezogen und zweitens dann noch auf den Tisch fallen gelassen, wodurch auch die dann sichtbare Seite zufällig zustande kommt. Wenn ich an der Reihe bin, kann ich eines der ausliegenden Gläserplättchen nehmen. Als Startspieler einer Runde habe ich dabei natürlich eine größere Auswahl, aber bei weitem keine Garantie, was Passendes vorzufinden.

Wie räume ich die Gläserplättchen ein? Dafür muss ich doch ein paar Regeln beachten: Die Sortierung gemäß der aufgedruckten Zahlen, die Einschränkung durch die Deckelfarbe, etc. Zudem will ich ja auch die Plättchen so einordnen, dass ihre Platzierung Sinn macht, was mich zur nächsten Frage treibt:

Warum mache ich das Ganze überhaupt? Das Einräumen soll mir ja möglichst viele Sternpunkte einbringen. Dabei muss ich unterschiedliche Wertungsschemata berücksichtigen. Ich will natürlich viele Regalplätze mit Regalschildern richtig befüllen, Abzeichen noch vor den anderen Zauberlehrlingen erfüllen und dann noch viele Punkte durch gleiche Zutaten erzielen. Dabei sollte ich auch möglichst viele Spalten mit unterschiedlichen Zutaten schaffen, um Spezialgläser zu erhalten. Diese erwiesen sich ohnehin als Schlüssel des Erfolgs, denn ohne Spezialgläser werde ich kaum eine ausreichend hohe Punktezahl erreichen.

All dies unter einen (Zauber-)Hut zu bringen, ist dann doch keine einfache Sache. Morty Sorty Magic Shop richtet sich zwar hauptsächlich an Gelegenheitsspieler und Familien, banal ist das Ganze aber bei weitem nicht. Es ist vielmehr ein reizvolles Puzzle, bei dem ich aus den mir gebotenen Chancen das Beste herausholen will.

Wenn mir dies immer noch zu wenig ist, bietet mir das Spiel genug Alternativen, die für mehr Abwechslung und einen höheren Wiederspielreiz sorgen. Einerseits kann ich die Rückseite meines Regaltableaus nutzen, bei dem mir die Regalschilder nun nicht Zahlen vorgeben, sondern Ingredienzien, die ich richtig einordnen muss. Für jedes Set aus 2 Plätzen mit Regalschildern derselben Zutat erhalte ich dann 6 Sternpunkte.

Und im fortgeschrittenen Spiel kommt nun für jede der vier Zutaten eine eigene Wertungsrolle (mit zwei Seiten zur Auswahl) zum Einsatz, für die ich auf unterschiedliche Weise Punkte erhalte. Beispielsweise ist jedes "Glitschige Glubschauge" so viele Punkte wert wie ich Plättchen mit schwarzem Deckel habe. Dies macht die Angelegenheit noch kniffliger, da ich alle vier Wertungsrollen beachten muss.

Dies alles ist verantwortlich dafür, dass es Morty Sorty Magic Shop trotz fehlender Innovation heuer auf die Nominierungsliste zum "Spiel des Jahres" geschafft hat. Meiner Meinung nach nicht ganz unverdient, auch wenn der Gewinn des "Roten Pöppels" dann doch übertrieben gewesen wäre.

Das durchaus schön illustrierte Spielmaterial - solide Tafeln und Plättchen, ein paar Kätzchen aus Holz, ein praktischer Wertungsblock und ein hübscher lila Beutel - hätte übrigens auch leicht in einer kleineren Schachtel Platz gefunden. Das tut dem Spielvergnügen aber keinen Abbruch...

Rezension Franky Bayer

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Morty Sorty Magic Shop: 3,8 3,8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.09.26 von Franky Bayer - Sammel- und Legespiel, bei dem die Spieler magische Zutaten nehmen und in ihr Regal einordnen, um damit auf unterschiedliche Weise Punkte zu erzielen. Gefällt mir ganz gut, ist sogar zum Spiel des Jahres nominiert worden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.26 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.26 von Michael Andersch - Wieder mal ein Legespiel mit mehrdimensionalen Wertungen - wobei man aber natürlich nicht alles in optimaler Weise hinbekommt, weswegen man Kompromisse machen, Risiken eingehen und Annahmen treffen muss. Oder man macht einfach mal. Derlei Spiele gibt es aktuell wie Sand am Meer… Gähn... Und dann landet dieses belanglose Spiel auch noch auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres... Keine Ahnung, was die Jury daran findet. Dieses Spiel hat wirklich nichts, was es in irgendeiner Art besonders macht, weder für Vielspieler noch für Gelegenheitsspieler.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.26 von Mahmut Dural - Spiel des Jahres? Nein! Nominierung? Hmm, weiß nicht, eher nicht! Empfehlung? Auf jedenfall! Es ist perfekt für Familien, Nicht-, und Wenigspieler. Ein schönes, rundes Legespiel. Die Grafik war für meine Runden ansprechend und einladend. Die Qualität ist jedoch nicht in Ordnung. Vor allem durch das Weglassen der Aussenfolie kam mein Spiel mit voller Abriebstellen auf der Schachtel an, als ob es 10 Jahre alt wäre. Das ist für mich ein NoGo. Daher die 2 Punkte in Aufmachung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.10.26 von Roland Winner

Leserbewertungen

Leserwertung Morty Sorty Magic Shop: 3,8 3.8, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.26 von Duncan - Noch ein Legerspiel mehr. Ich hatter das Gefühl das es nicht oft genug getestet wurde. Die Katzen waren sehr schnell nicht mehr verfügbar. Was passiert wenn ein Spierlbrett voll ist? Ich brauche es nicht noch einmal auf den Tisch, wo es viel Platz braucht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.05.26 von Hans Huehnchen - Morty Sorty bietet wenig Innovation, funktioniert aber sehr gut und bietet durch die vielen Ziele einiges an Varianz, wirkt aber etwas altbacken und zu viert ist mir die Downtime mit Grüblern etwas zu hoch. Warum es sich eine Nominierung zum Spiel des Jahres verdient haben soll, ist mir etwas schleierhaft.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.08.26 von JonTheDon - Ein Spiel, das sich aus einem mäßigen Jahrgang nicht abhebt. Nett ohne besonders zu sein. Der Grafikstil gefällt mir nicht; das hässlichste Bild hat man zum Cover gemacht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.08.26 von Chrizlutz - Nett. Erfindet das Rad nicht neu, und wahrscheinlich wird sich in einigen Jahren niemand mehr daran erinnern. Aber in der Familie gut geeignet
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.26 von Raketchen - Eigentlich nichts Neues, könnte man meinen. Aber irgendwie doch so zusammengestellt, dass es sich ganz anderst anfühlt, als andere, auf den ersten Blick ähnliche Spiele (vielleicht kenne ich auch zuwenige davon). Komischerweise fühlt es sich für mich wie Kniffel ohne Würfel an: versuche, bestimmte Zahlen zu bekommen, und wäge ab, ob du auf Nummer sicher gehen, oder auf mehr Punkte pokern willst! Dazu sieht es sehr schön aus. Wenn die Katzen ausgehen oder das Spielbrett voll ist, dann wurde möglicherweise nicht nach den originalen Regeln gespielt, denn ich wüsste nicht wie das gehen sollte. Die Anleitung ist sehr gut und übersichtlich. Vor allem für Nicht-, Gelegenheits- und Glücksspieler ein schönes Spiel. Funktioniert auch zu zweit prima.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.10.26 von Dieter Schmitz - Schönes Familienspiel, das aber nicht aus der Menge heraussticht.

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