Rezension/Kritik - Online seit 03.06.2026. Dieser Artikel wurde 515 mal aufgerufen.
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Fast 20 Jahre ist es her, dass Qwirkle auf dem amerikanischen Spielemarkt erschienen ist. Knapp 5 Jahre hat es anschließend gebraucht, bis es das Spiel auch auf den deutschen Markt geschafft hat, wo es dann 2011 direkt zum Spiel des Jahres gewählt wurde und auch den Deutschen Spielepreis für sich entscheiden konnte. Seitdem sind mit Qwirkle Cubes, Qwirkle Cards oder auch Qwirkle Travel noch weitere Versionen des beliebten Spiels hinzugekommen, die bei gleichbleibendem Grundprinzip für Abwechslung sorgen.
In diese Richtung geht auch Qwirkle Flex, bei dem es sich um das neueste Mitglied der Qwirkle-Familie handelt. Auch hier geht es wieder um das Bilden sogenannter Qwirkle, also einer Reihe bestehen aus sechs Steinen, die entweder alle die gleiche Farbe bei verschiedenen Symbolen oder aber dasselbe Symbol in verschiedenen Farben aufweisen. Anders als im Ursprungsspiel gibt es jetzt auch noch unterschiedliche Hintergründe, mit denen sich noch mehr Punkte einsammeln lassen. Gelingt einem eine diagonale Reihe, in der sechs Steine entweder einen schwarzen, weißen oder geteilten Hintergrund aufweisen, hat man einen Qwirkle Flex, der ebenfalls mit 6 Punkten belohnt wird und für einen kleinen Sprung auf dem Punktekonto sorgt!

Um mit der Spielweise von Qwirkle Flex vertraut zu werden, wird für die ersten Partien das Spiel mit nur zwei unterschiedlichen Hintergründen und einer reduzierten Anzahl an Steinen empfohlen. Dazu werden zunächst alle Spielsteine mit geteiltem Hintergrund aussortiert, sodass nur noch 72 der insgesamt 108 Steine im Spiel sind. Hat man bereits mehrere Partien absolviert, werden zum Start alle 108 Steine in den Beutel gepackt.
Bevor es mit dem eigentlichen Spiel losgehen kann, benötigt jeder Spieler noch ein Ablagebänkchen, das mit sechs blind aus dem Beutel gezogenen Spielsteinen gefüllt wird. Anschließend wird noch ein Blatt Papier mit Stift sowie ein Mitspieler benötigt, der während des Spiels die Punkte notiert.
Sind alle Vorbereitungen getroffen, prüfen alle Mitspieler, wie viele Steine mit gleicher Farbe oder gleichem Symbol sie auf ihrem Ablagebänkchen haben. Der Spieler mit dem größten Set eröffnet die Runde und legt seine Steine offen in die Tischmitte. Anschließend füllt er sein Bänkchen wieder auf sechs Steine auf und der im Uhrzeigersinn nächste Spieler ist mit seinem Zug an der Reihe.
Jeder Zug läuft dabei nach demselben Schema ab:
1) Ein oder mehrere Steine auf dem eigenen Bänkchen, die entweder dasselbe Symbol oder dieselbe Farbe aufweisen, werden ausgewählt und passend an bereits ausliegende Steine angelegt.
2) Die angelegten Steine werden gewertet und der neue Punktstand notiert.
3) Die Ablagebank wird wieder auf 6 Steine aufgefüllt.
Alternativ können auch beliebig viele Steine des eigenen Bänkchens ausgetauscht und durch neue Steine ersetzt werden. Diese Aktion ersetzt das Auslegen, anschließend ist direkt der nächste Spieler an der Reihe und es können keine Punkte gemacht werden.
Beim Auswählen und Anlegen der Steine gibt es ein paar Regeln zu beachten:
1) Es dürfen ein oder mehrere Spielsteine ausgelegt werden, die ausgewählten Steine müssen dabei entweder dasselbe Symbol oder dieselbe Farbe aufweisen, dürfen aber nicht identisch sein.
2) Ein ausgelegter Stein muss immer angrenzend zu mindestens einem bereits ausliegenden Stein gelegt werden. Alle ausgelegten Steine müssen Teil einer vertikalen oder horizontalen Reihe sein. Eine Reihe darf keine Duplikate enthalten.
3) Der Hintergrund der angelegten Steine spielt dabei keine Rolle.
4) In einer Reihe dürfen maximal 6 Steine liegen, da es nur sechs unterschiedliche Formen beziehungsweise sechs Farben gibt.
5) Steine können auch zu mehreren Reihen passen.
Hat ein Spieler seine Steine angelegt, werden die Punkte ermittelt:
1) Jeder Stein in einer ergänzten horizontalen oder vertikalen Reihe gibt einen Punkt, der Hintergrund spielt dabei keine Rolle.
2) Für jeden Stein einer diagonalen Reihe mit demselben Hintergrund, die im jeweiligen Zug gebildet oder ergänzt wurde, gibt es ebenfalls einen Punkt. Symbol und Farbe sind hierbei egal.
3) Gelingt es in einem Zug eine horizontale beziehungsweise vertikale Reihe zu vervollständigen, sodass jedes Symbol in einer Farbe beziehungsweise jede Farbe eines Symbols genau einmal enthalten ist, wurde ein Qwirkle gebildet, der zusätzlich zu den 6 Punkten für die Reihe noch 6 Bonuspunkte einbringt.
4) Konnte im Zug eine diagonale Reihe aus sechs Steinen mit demselben Hintergrund gebildet werden, liegt ein Qwirkle Flex vor, für den es ebenfalls zusätzlich zu den 6 Punkten für die Diagonale sechs Bonuspunkte gibt. Eine Diagonale mit 6 Steinen desselben Hintergrunds kann nicht mehr erweitert werden!
Das Ende des Spiels wird eingeläutet, sobald der Beutel zum Nachziehen leer ist. Anschließend wird solange weitergespielt, bis ein Spieler seinen letzten Stein angelegt hat, wofür der jeweilige Spieler 6 Bonuspunkte erhält. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Haben zwei Spieler gleich viele Punkte, wird sich der Sieg geteilt und gemäß Anleitung eine neue Partie vereinbart, bei der es dann erneut um den Sieg geht!
Wer Qwirkle kennt, dem wird erst einmal viel bekannt vorkommen, denn abgesehen von den unterschiedlichen Hintergrundfarben ist erst einmal alles gleich. Wie beim Original befinden sich auf den Steinen sechs verschiedene Symbole, die wiederum in sechs unterschiedlichen Farben vorkommen. Auch dieses Mal gibt es wieder 108 Steine. Dank der Erweiterung durch Dr. Reiner Knizia gibt es zusätzlich zu den schwarzen Hintergründen auch Steine mit weißem sowie schwarz-weißem Hintergrund, die sich mit je 36 Steinen alle zum gleichen Anteil im Beutel befinden. Auch sonst bleiben alle Regeln aus Qwirkle erhalten, werden jedoch zusätzlich durch die Möglichkeit durch Diagonalen Punkte zu erzielen, ergänzt.
Wie Qwirkle richtet sich auch Qwirkle Flex an 2 bis 4 Spieler, die Altersempfehlung wurde jedoch von 6 auf 7 Jahre angehoben, was sich durch die leicht erhöhte Schwierigkeit nachvollziehen lässt und von uns als passend empfunden wurde. Für eine Partie sind 30 Minuten angegeben, was bei uns jedoch überhaupt nicht hinkommt. Spielt man mit allen Steinen, sollte eher eine Stunde eingeplant werden, wenn man versucht, seine Steine sinnvoll und punktreich anzulegen und entsprechend überlegt. Da eine Partie solange dauert, bis der Beutel leer ist und ein Spieler seine Steine komplett anlegen konnte, ist die Dauer unabhängig von der Spieleranzahl. Bei mehr Spielern kommt jeder Spieler einfach weniger zum Zug, sodass sich die Dauer anpasst. Handelt es sich bei den Mitspielern überwiegend um Taktiker, die jeden Zug gründlich durchdenken, kann sich das Spiel aufgrund einer gewissen Downtime gerade bei mehr als zwei Spielern etwas zäh anfühlen.
Dank der kurzen und übersichtlich gestalteten Anleitung kommt man schnell ins Spiel. Für alle, die das klassische Qwirkle bereits kennen, gibt es eine einseitige „Quick Start“-Erklärung, auf der alle zusätzlichen Regeln für Qwirkle Flex kurz und knapp erklärt werden, sodass man direkt loslegen kann. Für diejenigen, die Qwirkle noch nicht kennen, folgt eine vierseitige Anleitung, in der noch einmal genau auf das Auswählen und Anlegen der Steine, das Tauschen von Steinen und das Werten eines Spielzugs eingegangen wird. Viele anschauliche Bilder helfen, die Erklärungen leicht nachzuvollziehen, sodass keine Fragen offen bleiben sollten.
Auch qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die Spielsteine sind aus lackiertem Holz und fühlen sich wertig an, der Beutel ist groß und stabil und lässt sich mit einer Kordel zuziehen, sodass alle Steine immer sicher verstaut sind. Anders als beim klassischen Qwirkle sind auch Ablagebänkchen aus Pappe enthalten, sodass man seine sechs Spielsteine immer übersichtlich vor sich aufgestellt hat. Leider ist kein Wertungsblock enthalten, auf dem man sich die Punkte nach jedem Zug übersichtlich notieren kann, sodass man sich entweder selbst eine Tabelle anfertigen oder auf ein leeres Blatt zurückgreifen muss. Schön wäre es, wenn die Spielsteine etwa durch zusätzliche kleine Symbole so gestaltet wären, dass das Spiel auch für Menschen mit Farbsehschwäche spielbar ist, wie es in einer Sonderedition bereits der Fall ist. Ein kleines Symbol würde hier viel verändern und die Sonderedition zeigt, mit wie wenig Aufwand mehr Inklusivität möglich ist.
Qwirkle Flex eignet sich sowohl für Familien als auch für reine Kinder- beziehungsweise Erwachsenrunden. Da das Spiel neutral gehalten ist und keine Thematik mitbringt, spricht Qwirkle Flex alle Altersgruppen an. Das Spiel setzt wenig Wissen voraus, abgesehen davon, dass mathematische Kenntnisse zum Zusammenrechnen der Punkte vorhanden sein sollten.
Auch wenn das Spiel durch das zufällige Ziehen der Spielsteinen aus dem Beutel einen gewissen Glücksfaktor mit sich bringt, hängt es doch vom eigenen Geschick ab, was man aus seinen Steinen macht und ob man sie bestmöglich anlegt, während man gleichzeitig versucht, seinen Mitspielern keine Steilvorlage für eine punktereiche Kombination zu liefern. Anders als beim normalen Qwirkle müssen jetzt auch die Hintergründe und Diagonalen im Auge behalten werden, durch die ebenfalls Punkte erzielt werden können, wodurch jeder Zug noch etwas mehr zu durchdenken ist und wodurch sich leider auch die Downtime erhöht. Gerade ungeduldigen Spielern wird dieser Punkt nicht so sehr entgegenkommen.
Dadurch, dass in einem Zug auch mal über 20 Punkte möglich sind, kann sich der Spielstand jederzeit ändern, sodass auch Spieler die zwischenzeitlich hinten liegen, noch gute Chancen auf den Sieg haben und das Spiel bis zum Ende spannend bleibt. Zwar kann man nicht direkt in das Spiel der Mitspieler eingreifen, doch gerade im Spiel mit zwei Personen kann man vor allem gegen Ende schon überlegen, welche Steine noch im Spiel sind und welche sich wahrscheinlich beim Gegner befinden, sodass man beim Anlegen darauf achten kann, möglichst so zu spielen, dass der oder die Mitspieler keine Vorteile aus den eigenen Zügen ziehen können.
Was uns besonders gut gefällt, ist die Vielseitigkeit des Spiels, wodurch sich das Spiel leicht an die Wünsche der Spielgruppe anpassen lässt. Zum Einstieg wird das Spiel mit nur zwei Hintergrundfarben empfohlen, wodurch einerseits der Schwierigkeitslevel niedriger ist, gleichzeitig aber auch die Dauer verkürzt wird. Spielt man mit allen Steinen, dauert das Spiel entsprechend länger, gleichzeitig müssen die Diagonalen von 3 Hintergrundfarben beobachtet werden, wodurch das Spiel anspruchsvoller wird, gleichzeitig aber auch mehr Möglichkeiten mit sich bringt. Lässt man alle Hintergründe außer Acht, lässt sich mit den Spielsteinen das „klassische“ Qwirkle spielen, sodass sich Qwirkle Flex auch schon mit Kindern ab 6 Jahren spielen lässt.
Alles in allem handelt es sich bei Qwirkle Flex um ein schönes und leicht anpassbares Familienspiel, dass sich einerseits schnell lernen lässt, andererseits aber auch genügend taktische Tiefe enthält, um gerade für Familien oder Gelegenheitsspieler lange spannend zu sein. Zwar ändert das Hinzukommen unterschiedlicher Hintergründe nur wenig am Spielprinzip, gleichzeitig ergeben sich jedoch noch mehr Möglichkeiten, die für mehr Abwechslung im Spiel sorgen. Stellt man nach einer Weile fest, dass einem die Erweiterung auf Diagonalen nicht liegt und hat das Gefühl, dass das Spiel dadurch unnötig kompliziert ist oder spielt mit Kindern, einfach wie bereits oben beschrieben die Hintergründe ignorieren, sodass sich das Spiel wie das klassische Qwirkle spielen lässt.
Insgesamt ein schönes Spiel, das ohne komplizierte Regeln auskommt und gleichzeitig genügend strategische Tiefe mitbringt, um immer wieder gerne auf den Tisch zu kommen!
Rezension Kathrin Walther
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Qwirkle Flex:
3,3, 4 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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14.03.26 von Kathrin Walther - Eine schöne Erweiterung des Klassikers, die noch einmal neuen Schwung und mehr Abwechslung ins Spiel bringt. Auch wenn die Spielidee nicht neu ist, kann das Spiel weiterhin durch seine einfachen Regeln und seine ausgewogene Mischung aus Glück und Taktik überzeugen. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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16.03.26 von Alexander Broglin - Das Spiel bringt keinen Mehrwert zum ursprünglichen Qwirkle. Im Gegenteil es verwirrt mehr, als es Spaß macht. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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17.03.26 von Renate Gerling-Halbach - Durch die Wertung der Diagonalen bekommt das Spiel noch mehr Tiefe, macht es in meinen Augen allerdings recht kompliziert. Ich favorisiere das Ur-Qwirkle, das kommt bei uns regelmäßig auf den Tisch und ist in jedem Urlaub dabei. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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17.03.26 von Michael Andersch - Ein solitäres, langatmiges, glücksabhängiges und völlig geistloses Spiel wird nun durch diese Variante noch langatmiger, glücksabhängiger und zudem noch hässlicher gemacht. Funktioniert, aber braucht kein Mensch. Vom Spielreiz her würde ich 1 Punkt vergeben...aber da es ja wenigstens technisch funktioniert gibt es dann doch 2 Punkte. |
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