Rezension/Kritik - Online seit 25.10.2026. Dieser Artikel wurde 528 mal aufgerufen.

Waldland

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Autor: Tim Eisner
Illustration: Vincent Dutrait
Verlag: Piatnik
Weird City Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 1 - 4
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2024, 2025
Bewertung: 2,0 2,0 H@LL9000
Ranking: Platz 5957
Waldland

Spielziel

In Waldland baust du über drei Saisons bzw. Runden ein Ökosystem auf. Dazu siedelst du Pflanzen und Tiere an, lässt Bäume wachsen und wehrst Bedrohungen ab. Es handelt sich eine Weiterentwicklung des 2 Personen-Spiels Baumkronen aus dem Jahre 2021, jetzt allerdings mit bis zu vier Personen spielbar.

Ablauf

Das Spielmaterial besteht aus Wald- und Tierkarten, Bonusplättchen sowie dreidimensionalen Bäumen aus mehreren Steckelementen, die im Verlauf der Partie immer höher wachsen können.

Alle spielen mit einem persönlichen Spieltableau, auf dem sich Stellplätze für Bäume befinden. Zwischen diesen Plätzen werden Bonusplättchen zufällig verteilt. Zu Beginn des Spiels erhältst du eine Baumwurzel, die du auf dein Tableau an einen beliebigen Ort stellst, sowie eine Start-Tierkarte mit einer besonderen Fähigkeit, die du einmal pro Saison einsetzen kannst. Von den restlichen Tierkarten werden 3 als Auslage bereit gelegt. Die Waldkarten werden auf drei oder fünf sogenannte Sammelplätze ausgelegt, immer in Abhängigkeit von der Spieler*innenanzahl.

Jeder Zug beginnt damit, dass du – ausreichend Nahrung vorausgesetzt – ein weiteres Tier aus der Auslage anlockst und in dein Ökosystem aufnimmst. Anschließend schaust du dir nacheinander die Karten von bis zu drei Sammelplätzen an. An jedem Sammelplatz entscheidest du, ob du den ausliegenden Kartenstapel nimmst oder liegen lässt. Lässt du den Stapel liegen, legst du ihn zurück und ergänzt ihn verdeckt um eine Karte vom Nachziehstapel. Dadurch steht den nachfolgenden Spieler*innen an diesem Sammelplatz eine Karte mehr zur Verfügung. Nimmst du den Kartenstapel, spielst du die enthaltenen Waldkarten in deine Auslage und entwickelst damit dein Ökosystem weiter. Hast du dich bei den ersten zwei Stapel dagegen entschieden sie zu nehmen, musst du die Karten aus dem dritten Stapel nehmen.

Die Waldkarten umfassen Pflanzen-, Baum-, Wetter- und Bedrohungskarten. Pflanzenkarten sammelst du als Sets, die am Ende jeder Saison abhängig von der jeweiligen Pflanzenart gewertet werden. Mit Baumkarten lässt du die Bäume auf den Kreuzungen deines Waldtableaus wachsen. Sobald ein Baum vollständig ausgewachsen ist und seinen Wipfel erhält, erhältst du Siegpunkte und schaltest die zwischen den Bäumen liegenden Bonusplättchen frei. Diese können beispielsweise deine Pflanzensets erweitern oder das Wetter in eine bestimmte Richtung beeinflussen.

Die Tiere erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige werden am Saisonende für bestimmte Bedingungen gewertet, andere verleihen Fähigkeiten, die du während des Spiels einsetzen kannst, und wieder andere bringen eine feste Anzahl an Punkten. Sammelst du mehrere Tiere derselben Art, erhältst du zusätzliche Punkte. Weitere Extrapunkte erhältst du, wenn du über die entsprechenden Symbole auf deinen Karten einen Tierkreislauf bildest.

Die Saison endet, wenn alle Waldkarten verteilt sind. Jetzt werden die höchsten Bäume sowie deine Pflanzensets gewertet. Wetterkarten fließen ebenfalls in die Wertung ein. Bedrohungen lösen ihre jeweiligen Effekte aus; ein Waldbrand zwingt dich beispielsweise dazu, Karten aus deinem Ökosystem zu entfernen. Dann werden die Waldkarten zurückgegeben, erneut gemischt und bereitgestellt für die nächste Runde bzw. Saison.
Nach der dritten Saison werden alle Punkte zusammengezählt. Wer die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt Waldland.

Fazit

Was bei Waldland sofort positiv ins Auge fällt, sind die Pappschachteln, in die sich das Spielmaterial super verstauen lässt. Da hat mal jemand richtig mitgedacht und nicht nur Plastiktütchen in den Karton getan. Plastik sucht man übrigens vergebens, das gibt es hier nicht - das passt super zum Naturthema.

Die Illustrationen der Karten sind gelungen und die wachsenden 3D-Bäume machen auf dem Spieltisch einiges her. Weniger überzeugend sind allerdings die recht dünnen Spieltableaus, die im Vergleich zum übrigen Material keinen besonders wertigen Eindruck hinterlassen. Außerdem ist es ärgerlich, dass Bäume und Bonusplättchen und vor allem die Marker auf den beiden Punkteleisten für Sieg- und Nahrungspunkte sehr leicht verrutschen. Ausgestanzte Vertiefungen wären hier die deutlich bessere Lösung gewesen. Die Tierkarten sind zwar ebenfalls schön gestaltet, wirken jedoch durch die Vielzahl an Symbolen teilweise überladen.

Die Spielregel enthält viele Beispiele, die den Einstieg erleichtern und Abläufe gut verdeutlichen. Gleichzeitig ist sie nicht besonders benutzerfreundlich aufgebaut, da Informationen, die man zur Erläuterung zu Beginn braucht, erst auf den späteren Seiten auftauchen. Während unserer Partien mussten wir immer wieder einzelne Regeln nachschlagen und vor allem die unterschiedlichen Tierfähigkeiten führten etwas zur Verwirrung.

Jedes Tier gibt es in drei verschiedenen Versionen, "aktiv", "suchend" und "wertvoll". Das aktive Tier gibt dir in jeder Partie eine besondere Fähigkeit, das suchende Tier generiert dir unter bestimmten Vorraussetzungen Punkte und letztlich das wertvolle Tier gibt dir immer Siegpunkte. Alle drei Arten kosten unterschiedlich Nahrung. Und die Nahrung ist das andere Problem. Hast du das Pech, keine Nahrungskarten in Form von Heidelbeeren oder Pfifferlingen zu bekommen, sieht es schlecht aus. In unseren Partien kam es öfter vor, dass teilweise kaum Tiere angelockt werden konnten, weil ständig die entsprechende Nahrung fehlte. Das ist frustierend und hat mehr mit Glück als mit Taktik zu tun. Natürlich kannst du deine erste Wurzel so legen, dass sie neben einem Heidelbeer-Bonusplättchen liegt, damit du es relativ früh freischalten kannst, aber dafür musst du ja erst einmal überhaupt zwei Bäume abschließen, die neben dem Plättchen liegen. Auch dafür brauchst du die entsprechenden Karten.

Spielerisch steckt hinter Waldland eine interessante Grundidee. Die Entscheidung, ob man einen Kartenstapel nimmt oder auf einen besseren hofft, sorgt immer wieder für spannende Überlegungen. Nimmst du einen kleinen Stapel ist das Risiko eine Bedrohungskarte dort zu finden nicht so groß, hast du jedoch schon zwei Stapel abgelehnt, kann es sehr gut passieren, dass im letzten, größeren Stapel ein paar schlechte Karten auf dich warten. Auch der Aufbau des eigenen Ökosystems und die verschiedenen Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, bieten durchaus taktischen Spielraum. Allerdings können diese Stärken die Schwächen des Spiels nicht aufwiegen. Der dreimal nahezu identische Ablauf mit einer Zwischenwertung nach jeder Jahreszeit macht die Partien zunehmend langatmig. Eine Steigerung oder besondere Höhepunkte gibt es nicht. Manches ist auch schon vorsehbar und wird durch Wiederholung nicht besser. In voller Besetzung musst du auch viel Geduld aufbringen, bis alle an der Reihe waren zu entscheiden, welchen Waldkartenstapel sie nun nehmen. Das kann sehr zäh werden.

Neben den Partien zu mehreren bietet Waldland auch einen Solomodus, in dem du gegen den "einsamen Fuchs" spielst. Diesen habe ich allerdings nicht ausprobiert und kann ihn deshalb nicht bewerten.
Suchst du ein Spiel mit ruhigem Spieltempo, hast du Spaß ein eigenes Ökosystem aufzubauen und stört dich ein zu großer Glücksfaktor nicht, könnte Waldland etwas für dich sein. Der Verlag gibt bei dem Familienspiel die Altersangabe ab 12 Jahren an, das passt auch. Jüngere Kinder wären hier auf jeden Fall überfordert. Ob Gelegenheitsspieler Spaß an Waldland hätten, bezweifle ich etwas, da es sich doch recht lang spielt und man vieles beachten muss. Uns fehlte etwas Dynamik und spielerische Höhepunkte.

Rezension Renate Gerling-Halbach

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Waldland: 2,0 2,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.07.26 von Renate Gerling-Halbach - Das Spielmaterial ist toll, bei der Verpackung hat sich der Verlag richtig Gedanken gemacht. Aber das Spiel kann mich leider überhaupt nicht überzeugen, total langatmig und ständig muss man in der Regel nachblättern und nachlesen, insbesondere wenn es um die Wertungen geht. Das hat uns überhaupt nicht gefallen.

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