Rezension/Kritik - Online seit 07.05.2026. Dieser Artikel wurde 477 mal aufgerufen.
Direktlinks zu den Rezensionsblöcken |
|
|
In diesem etwas schrägen Party-Spiel geht es darum, komplett absurde Sätze künstlerisch darzustellen, so dass sie von den Mitspieler erkannt werden können. Nichts leichter als das? Doch wie denkt ihr darüber, wenn Ihr erfahrt, dass ihr das, was ihr zeichnet, selbst nicht sehen könnt, da die Tinte unsichtbar ist?
Willkommen zu Ultraviolett!
Der Spielplan wird in der Tischmitte ausgelegt. Auf ihm befinden sich 24 Kartenplätze, die für eine Partie jeweils mit Satzfragment-Karten belegt werden. Es gibt 4 Zeilen zu je 6 Kartenplätzen. Jede Zeile hat eine andere Farbe, sodass die farblich passenden Karten darauf abgelegt werden.
Alle Spieler würfeln zeitgleich hinter ihrem Sichtschirm ihre 4 Farbwürfel. Anhand dieser Würfel weiß nun jeder Spieler für sich selbst, welches Wort (der Würfelwert bestimmt die Kartenposition in der Zeile) aus der jeweiligen Zeile zeichnerisch darzustellen ist. Alle 4 Wörter zusammen ergeben dann einen mehr oder minder, naja, sagen wir eher minder sinnvollen Satz.
Beispiele wären: „Der Osterhase massiert einen fahrenden Pickel“ oder „Angela Merkel füttert eine protzige Pizza“. Halt eben Sätze, wie sie uns im täglichen Leben permanent begegnen. 😉
Nun versuchen alle Spieler parallel auf ihrem Blatt Papier den vorgegebenen Satz in Form von Bildern zu zeichnen. Dies können 4 Bilder sein, bei denen jedes Bild jeweils eines der Worte beschreibt. Besonders talentierte Künstler können es auch als ein Bild versuchen darzustellen. Dank der Zaubertinte kann jedoch niemand sehen, was er gerade zeichnet.
Sobald die erste Person fertig ist, dreht diese die Sanduhr um und setzt damit die verbleibenden Künstler unter Druck, fertig zu werden.
Nun wird unter Zuhilfenahme einer Ultraviolett-Lampe am Zaubertintenstift das Kunstwerk reihum allen Mitspielern präsentiert. Deren Aufgabe ist es herauszubekommen, welche der ausgelegten Wörter genutzt wurden und die Zahlen der Kartenpositionen auf die Lösungstafel zu schreiben. Für jede komplett richtige Lösung, d. h. eine Übereinstimmung aller 4 Wörter, erhält der Ratende und der Künstler einen Siegpunkt. Einen zusätzlichen Punkt erhält der Künstler, wenn das Kunstwerk aus einem einzigen Bild bestand.
Sollte niemand das Kunstwerk der Person erraten, die die Sanduhr umgedreht hat, erhält diese einen Minus-Punkt.
Eine Partie endet nach 5 Runden oder sobald jemand 42 Punkte erreicht hat.
Erweiterungen:
Na, das klingt doch ziemlich abgefahren, oder? Da soll man völlig absurde Sätze zeichnen, und als wäre das nicht schwierig genug, sieht man noch nicht einmal, was man da malt? Funktioniert das? Oder ist so extrem abgefahren, dass es schon nicht mehr funktioniert?
Bevor ich darauf eingehe, kommen wir erst einmal zum Material. Da ist erst einmal alles solide produziert und stimmig. Alle Teile sind sinnvoll und nützlich. Auf die Rate-Tafeln schreibt man mit einem abwischbaren Stift und auf das Papier zeichnet man mit dem UV-Stift. Ab und an kann es mal vorkommen, dass man aus Versehen anfängt auf dem Papier mit dem abwischbaren Stift zu zeichnen, aber das ist nicht all zu wild. Dann beginnt man halt auf einem neuen Stück Papier erneut und mit der Zaubertinte. Ein Stift schwächelte allerdings schon bei der ersten Partie. Und hier sehe ich ein potentielles Risiko: Ich bin ich nicht sicher, wie lange die Stifte tatsächlich halten werden und wie es sich nach einem Jahr im Spieleregal verhält, ob dann Stück für Stück die Stifte in die Knie gehen. Die Batterien sind zudem nicht tauschbar. Es besteht aber die Möglichkeit, die Stifte zu 5,90 pro Stück beim Verlag nachzukaufen (Stand März 2026). Wer einmal die 4 Stifte durchtauschen muss, hat damit mehr als 50% des Kaufpreises nachinvestiert. Solange die Zaubertinte jedoch funktioniert, würde ich keine Stifte nachkaufen, solange zumindest eine UV-Lampe funktioniert, da die Lampe nicht parallel benötigt wird.
Ultraviolett stellt die Spieler vor eine besondere Herausforderung. Schon allein die Idee zu entwickeln, wie man die Worte überhaupt bildlich und für alle verständlich darstellen soll, stellt schon die erste Hürde dar. Dies dann zusätzlich noch zu zeichnen, ohne dass man sieht, was man da gerade malt, führt spätestens dann zum Aha-Erlebnis, auch beim Künstler selbst, sobald die UV-Lampe das Kunstwerk offenbart.
Es ist wichtig, nicht nur auf die gewürfelten Worte zu schauen, sondern auch die anderen Worte in der gleichen Zeile im Blick zu haben. Denn häufig ähneln sich 2 Begriffe! Wenn man dann nicht smart genug zeichnet, sind Verwechslungen vorprogrammiert.
Alle 4 Worte in einem Bild zusammenzufassen ist dann die Königsdisziplin und nur selten sinnvoll. Der Regelfall ist also eher den Satz auf 4 Bilder aufzuteilen, entsprechend der 4 Begriffe.
Die gesammelten Punkte sind sicher nett zu verfolgen und es ist auch sinnvoll, ein konkurrierendes Element einzubauen, aber sie stehen bei diesem Spiel nicht im Vordergrund. Hier entsteht vor allem durch das Erlebnis beim Zeichnen und beim Raten der eigentliche Spielreiz.
Dabei ist die Erweiterung auf bis zu 6 Personen eine sehr sinnvolle Investition. Partyspiele machen mit mehr Personen grundsätzlich mehr Spaß. Da alle Spieler permanent entweder mit Zeichnen, Präsentieren oder Raten beschäftigt sind, spielt sich Ultraviolett außerdem mit 6 Personen genauso flüssig wie mit 4 Personen. Die „Hardcore“-Erweiterung ist vielleicht kein Muss, sie bringt aber noch etwas Würze und zusätzliche Wörter und damit mehr Varianz ins Spiel.
Ich bin ja eigentlich kein großer Freund mehr von Zeichen-Party-Spielen, aber diese Version besitzt dank der unsichtbaren Tinte und den doch sehr absurd-skurrilen Sätzen ein Alleinstellungsmerkmal, das Laune bereitet. Natürlich ist es immer eine Frage der Zusammensetzung einer Spielegruppe, ob ein Spiel gut ankommt oder nicht. Ultraviolett kam in meinen Spielerunden, in denen u. a. gewöhnliche Partyspiele auch gerne mal durchfallen, ziemlich gut an. Und das soll doch was heißen, oder?
Rezension Frank Gartner
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Ultraviolett:
5,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
|
|
|
|
|
19.03.26 von Frank Gartner - So leicht ist es dem alten Montags-Maler, leicht abgewandelt, durch originelles Spielmaterial in eine neue Dimension zu schießen. Funktioniert gut und macht Spaß! Was will man mehr? Ein Spiel, welches ich gerne wieder auf Spiele-Wochenenden mitbringen werde, da sich hier immer Spieler finden werden. In der richtigen Runde eine knappe 5. |
Es sind noch keine Leserbewertungen abgegeben worden.