Rezension/Kritik - Online seit 21.10.2026. Dieser Artikel wurde 425 mal aufgerufen.

Shadow Cards

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Autor: Robert A. Kamp
Verlag: AMIGO
Rezension: Günter Berberich
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 - 40 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4070
Shadow Cards

Spielziel

Die schier endlose Zahl an Stichspielen bekommt wieder einmal Zuwachs. Haben wir denn wirklich noch nicht alles gesehen? Wie viele Kniffe und Varianten dieses Genres sind überhaupt noch möglich, um aus der Masse herauszuragen? Die Antwort ergibt sich bei näherer Betrachtung.

Shadow Cards, ein Stichspiel mit 4 Farben mit Bedienpflicht und einer geheimen Vorhersage, die es zu erfüllen gilt. Werfen wir mal einen Blick auf die Details.

Ablauf

Das Spiel enthält 60 Karten mit Werten von 0 bis 14 in den Farben Rot, Gelb, Grün und Blau. Rot ist hierbei die unbestrittene Trumpffarbe.

Eine Stichrunde besteht aus folgenden Schritten:

  1. Karten verteilen
  2. Stichpunkte vorhersagen
  3. Stiche spielen
  4. Erfahrungspunkte erhalten

Karten verteilen
Es werden alle Karten verteilt. Bei 2-3 Spielern gibt es Anpassungen, damit immer alle Karten im Spiel sind.

Stichpunkte vorhersagen
Nun gilt es, eine geheime Vorhersage zu machen und diese zu erfüllen. Dazu legt jeder zwei Handkarten beiseite, deren Gesamtwert an Stichpunkten am Rundenende erreicht werden muss. Lege ich also eine 7 und eine 10 verdeckt vor mir ab, ist mein Ziel 17 Stichpunkte.

Stiche spielen
Es herrscht Bedienpflicht und der Startspieler beginnt mit einer beliebigen Karte. Kann dem nicht Folge geleistet werden, darf die Trumpffarbe "Rot" gespielt werden oder man wirft eine andere Farbe ab.

Aus jedem gewonnenen Stich wähle ich eine Karte, die nicht die eigene sein muss, und nehme diese als Punkte. Die ausgesuchte Karte wird offen oben auf den Stich gelegt.

Erfahrungspunkte erhalten

Nachdem alle Handkarten gespielt wurden, endet die aktuelle Runde und die Siegpunkte werden ermittelt. Nach 3 Runden endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Die Siegpunkte werden wie folgt ermittelt:

- Stichpunkte > Vorhersage | Summe: Vorhersage + erhaltene Stichpunkte
- Stichpunkte < Vorhersage | Stichpunkte
- Stichpunkte = Vorhersage | Stichpunkte x Faktor 3
- Stichpunkte = 0 | Stichpunkte x Faktor 2
- Stichpunkte > Vorhersage (max.) | 3 größten Stichpunkte - Rest Stichpunkte

Erklärung zum letzten Punkt:
Hat man die meisten Stichpunkte der Runde und sie sind nicht gleich der Vorhersage, erhält man nur einen Teil als Erfahrungspunkte. Von den 3 höchsten Stichpunkten muss man die übrigen Stichpunkte abziehen.

Fazit

Die Grafik der Karten trifft nicht so ganz meinen Geschmack, ist aber thematisch. Die Story ist, wie so oft bei solchen Kartenspielen, etwas konstruiert und völlig belanglos. Die Symbole auf den Karten (Hilfe bei Farbsehschwäche) hätten durchaus etwas größer gestaltet werden können.

Shadow Cards ist ein Stichspiel mit einfachen Regeln und anspruchsvollem Beiwerk. Vorhersagen treffen, Stiche machen und Karten auswählen, um die Vorhersage genau zu treffen. Also durchaus bekannte Elemente eines klassischen Stichspiels.

Die Stiche haben einen flexiblen Wert - zwischen 0 und 14 Punkten. Die Vorhersage der Stichpunkte ist clever gelöst: Von den 15 Startkarten müssen zwei verdeckt abgelegt werden. Damit sind, je nach Spieleranzahl, 8-10 Karten nicht im Spiel. Wer eine hohe Vorhersage treffen möchte, schwächt sein eigenes Blatt. Eine Vorhersage kann entweder mit zwei Stichen oder aber auch mit vier oder fünf erfüllt werden, wodurch es bis zum Schluss spannend bleibt.

Dadurch fühlt sich das Spielgefühl von Shadow Cards irgendwie erfrischend an. Die eigene Vorhersage genau zu treffen, ist bei Shadow Cards das ultimative Ziel, denn dann gibt es am Rundenende dreifache Wertungspunkte. Darunter zu bleiben ist ein Tabu, doch auch zu viele Stichpunkte bringen reduzierte Punkte. Wer am Schluss einer Runde von allen Spielern die meisten Stichpunkte gemacht hat, wird außerdem zusätzlich bestraft. Die Schlusswertung sollte man stets im Auge behalten.

Shadow Cards unterhält die Spielrunde, hält alle bei Laune und ist sehr gut für 4 oder 5 Spieler geeignet. Das Spiel ist laut Spieleschachtel auch für 2 oder 3 Spieler konzipiert. Bei drei Spielern wird ein vierter „blinder“ Mitspieler mit dazu genommen. Dadurch ergibt sich ein unberechenbares Zufallselement, da der „Blinde“ seine Karten ohne Bedienpflicht spielt. Fehlende Rückschlüsse auf die Karten der anderen Mitspieler nehmen dem Spiel ein wichtiges charakteristisches Merkmal.

Bei zwei Spielern wird erst mit einer Hälfte der Karten gespielt, dann mit der anderen. Das funktioniert zwar technisch, hat uns aber nicht sonderlich gefallen. Für zwei Personen gibt es deutlich geeignetere Spiele.

Eine Partie besteht aus drei Runden. Habe ich meine Vorhersage erreicht, bin ich schnell mit den Punkten weit vorn. Die Mitspieler haben es dann schwer, dies aufzuholen. Die kurze Spieldauer lädt aber gleich zu einer Revanche ein. Shadow Cards ist kein abendfüllendes Spiel aber für Stichliebhaber auf jeden Fall einen Blick wert.

Rezension Günter Berberich

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Shadow Cards: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.07.26 von Günter Berberich - Ein Stichspiel mit netten Kniffen. Würde ich immer wieder gerne mitspielen,

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