Rezension/Kritik - Online seit 24.06.2026. Dieser Artikel wurde 2661 mal aufgerufen.
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Alles im Sack!
Den eigenen Dschungel mit Tieren, Bäumen und Seerosen bevölkern, darum geht es in Life of the Amazonia. Denn Tiere geben Punkte, je nachdem, was die entsprechende Tierart gerne hat. Kleine Vögel stehen gerne neben Bäumen, kleine Frösche gerne neben Seerosen. Aras stehen gerne in einem großen Wald, Kaimane in einer großen Wasserfläche mit vielen Seerosen, acht verschiedene Tiere gibt es, die alle auf ähnliche oder unterschiedliche Art Siegpunkte geben. Aber es geht auch um den Dschungel an sich, den wir vergrößern und bepflanzen wollen. Und deshalb geben auch viele Bäume, viele Seerosen, viele Dschungelgebiete Siegpunkte.
Bei Life of the Amazonia kann man überall ein kleines Pünktchen abgreifen und das Spiel gibt einem das gute Gefühl, immer etwas tun zu können. Das, was man tun kann, mag vielleicht nicht immer das große Tolle sein, aber man hat hier keinen Null-Zug und das ist befriedigend. Und noch etwas ist sehr befriedigend an diesem Spiel: Das Bag-Building. Chips aus seinem Beutel ziehen, sich mittels dieser Chips Tiere, Spezialkarten und besonders neue Chips kaufen und dadurch zu sehen, wie der eigene Beutel wertvoller wird, immer bessere Chips ausspuckt und wie man plötzlich Dinge kaufen kann, die vor zwei, drei Runden noch völlig außer Reichweite waren.
Bag-Building ist kein neuer Mechanismus. Wer schon mal Orléans gespielt oder davon gehört hat, weiß genau, wovon die Rede ist. Life oft he Amazonia erfindet den Beutel nicht neu, macht aber mit dem Bekannten vieles sehr richtig. Allein die Tatsache, dass man bereits am Ende seines Zuges neue Chips aus seinem Beutel zieht, erleichtert einem den eigenen Zug sehr, denn man kann voraus planen. Hier besteht äußerst selten die Gefahr, dass einem etwas weggekauft wird, was einem die ganze Planung über den Haufen wirft und während man plant, kann man klasse die Mitspieler im Auge behalten und was die so für schlimme Dinge treiben und auf welche Tiere sie setzen.
Life of the Amazonia mag im ersten Augenblick viele Regeln haben und vor allem viele Details, aber es ist so gut aufbereitet, was die Symbolik angeht. Die Übersichtskarten helfen auch ein großes Stück, dass man hier innerhalb kürzester Zeit ins Spiel kommt. Und was am Anfang noch zäh oder langsam wirken mag, entwickelt sich ganz automatisch zu einem guten Spannungsbogen. Klar sind die teuren Tiere anfangs noch in weiter Ferne, aber mit cleveren Käufen und den richtigen Chips streifen bald auch Tukans, Tiger und Riesenotter durch den eigenen Dschungel und werfen ordentlich Punkte ab.
Life of the Amazonia ist neben einem Bag-Building Spiel vor allem auch ein Puzzlespiel, denn man muss genau planen, wie man seinen Dschungel erweitert und wie die verschiedenen Geländetypen darin wachsen sollen. Denn natürlich brauchen die Tiere alle ihren passenden Lebensraum und entweder einen Baum, eine Seerose oder andere Tiere neben sich oder in demselben Gebiet. Da ist es natürlich wichtig, den eigenen Dschungel so zu bauen, dass alles passt. Aber falls man sich mit Tieren mal vertan hat, kein Problem. Man hat – für genug Chips – immer die Möglichkeit, ein Tier zu versetzen. Aber nur Tiere. Bäume und Seerosen bleiben, wo sie sind.
Ich mag es zu beobachten, wie sich viele Fragezeichen über den Köpfen meiner Mitspieler langsam in Luft auflösen und durch leuchtende Glühbirnen ersetzt werden. Life of the Amazonia ist so ein Spiel, bei dem man schön zusehen kann, wie Neulinge immer sicherer werden und sich bereits nach ein paar Runden wunderbar im Spiel bewegen.
Das liegt auch an den bereits erwähnten sehr guten Übersichtskarten, die alle Symbole und Aktionen gut erklären. Das liegt aber auch an dem intuitiven Spieldesign, das logisch aufgebaut ist und bereits nach kurzer Zeit verinnerlicht werden kann. Und vor allem an dem Spaß, den Life of the Amazonia während einer Partie vermittelt. Es ist immer spannend, neue Chips aus dem Beutel zu ziehen, zu überlegen, was der optimale Zug damit ist, sich zu erinnern, was noch im Beutel auf einen wartet und was man am besten hinzufügen muss, damit alle Pläne vielleicht aufgehen.
Aber besonders mag ich, was einen in Life of the Amazonia noch alles erwartet, denn die acht Tiere bleiben zwar gleich, aber man kann ihnen andere Fähigkeiten zum Punkten geben. Obwohl ich dieses Spiel schon sehr oft auf dem Tisch hatte, bin ich noch nicht mal zur Hälfte in das eingetaucht, was einen noch erwartet und bin sehr gespannt, was noch kommen wird.
Wenn man an diesem tollen Spiel über etwas meckern könnte, dann über das Material, mit dem die Aufbewahrungsboxen und der Wasserfall, der zum Kaufen von Dschungelteilen, Bäumen und Seerosen dient, zusammengesteckt werden. Das franst schnell aus, ist dünn und verknickt leicht. Also die Finger locker machen, Geduld haben und bloß keine Gewalt anwenden!!!
Life of the Amazonia sollte man sich dringend angucken. Es erwartet einen ein spannendes Kennerspiel, in dem es viel zu entdecken gibt.
Rezension Christoph Schlewinski
In Kooperation mit der Spielezeitschrift
H@LL9000 Wertung Life of the Amazonia:
5,5, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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03.04.26 von Christoph Schlewinski |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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04.04.26 von Nick Bornschein - Wenn man über die Materialqualität hinwegsieht - und das muss man leider unter großen Schmerzen - dann ist „Life of the Amazonia“ ein wunderschönes Spiel. Wäre dies allerdings mein erstes Spiel von Strohmann Games gewesen, hätte ich gerade wegen der Materialqualität nie wieder eines gekauft. Das ist bitter, denn das Spiel selbst macht uns wirklich immer wieder viel Spaß. |
Leserwertung Life of the Amazonia:
3.3, 4 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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30.09.24 von Everest - Sehr schöner Bag-Builder. Wir bauen und optimieren einen eigenen Regenwald und bestücken ihn mit allerlei Tieren und Pflanzen. Punkte gibt für bestimmte Konstellationen, in denen die Lebewelt auf dem selbst konstruierten Plan zusammensteht. Diese Konstellationen sind, wie auch die Platzierungsvoraussetzungen von Flora und Fauna, in einigen Fällen inhaltlich nachvollziehbar, in anderen der Statik des Spiels geschuldet. Die Interaktion ist nur indirekt, da man lediglich um die Tiere, gewinnbringende Karten und Spielplanteile konkurriert. Am Ende bekommen alle Spieler Punkte für ihren Regenwald. Der Kernmechanismus ist gut integriert, wirkt nicht aufgesetzt. Material und Gestaltung erzeugen Nähe und unabhängig davon, wie am Spielende das erzielte Ergebnis ausfällt, bleibt der Gedanke, etwas Gutes und Schönes erschaffen zu haben. Life of the Amazonia ist ein Euphemismus, eine romantische Vorstellung und ein Antagonist zu vielen geschätzten Industrie-, Wirtschafts- und Logistikspielen. Wie bei vielen Bag-Buildern lohnt es auch hier, Geld in ein Upgrade für die zu ziehenden Chips zu investieren. Tendenz zu sechs Punkten. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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26.04.25 von BrettspielSpieler - Ich beziehe mich hier ausschließlich suf die gerade bei Strohmann Games erschienene deutsche Ausgabe des Spiels. Zum Spielablauf selbst wurde schon ausgiebig geschrieben. Worauf ich hie Abziele ist das unterdurchschnittliche Spielmaterial, welches beim vom Verlag aufgerufenen Preis von um die 70 eine Frechheit ist. Dem Spiel liegen Stanzbögen in billigster dünner Pappe bei. Beim Zusammenbau der verschiedensten Teile - Boote, Materialboxen, Wasserfall verbiegt und reißt die dünne Pappe ständig. Auch ansonsten ist der Inhalt ausgesprochen spartanisch - keine Aufbewahrungsmöglichkeiten für das restliche Material, billigstes Inlay. Sorry, aber da erwarte ich insgesamt für das Geld mehr. Und leider wirkt sich dieser eklatante Materialmangel auch auf den Spielreiz aus. Da bin ich von diesem Verlag deutlich besseres gewohnt. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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19.05.25 von felixs - Gar nicht einfach zu bewerten. Schönes Spiel mit schönem Material. Sehr solitär, aber eine schöne Puzzelei. Mit zügig spielenden Nichtgrüblern gern; aber nur zu zweit. Zu viert viel zu lang. Lebt in vieler Hinsicht von der schönen Grafik und dem Spielzeugmaterial. Trotzdem da nicht die Höchstnote, weil die Pappe teils arg dünn geraten ist. Der Glücksfaktor ist auch nicht ganz gering, was ich OK finde. Am Ende keine gute Note, weil ich dann doch lieber was anderes spielen wollen würde - das opulente Material hat leider auch einen gewissen Fummeligkeitsfaktor. Und es hätte ein Zwei-Spieler-Spiel werden müssen. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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29.06.26 von Chrizlutz - Tja…ganz nett. Mehr halt nicht. Spielerisch alles schon mal woanders (besser) gesehen. Tolle holzmeeple. Material zwischen Welt-und Kreisklasse. |